Baby-Blues und Wochenbettdepressionen

Beide Themen sollten keine Tabuthemen sein.

Baby-Blues, auch Heultage genannt, so wie Wochenbettdepressionen sind nämlich nichts schlimmes, wenn man sich helfen lässt und auch Hilfe hat, bzw. bekommt. Möglichkeiten gibt es da genügend. Man muss es nur wollen.

Hat man keine Familie, Freunde, Bekannte oder Verwandte die einem unter die Arme greifen können, hilft auch ein Gespräch mit der Hebamme, Hausarzt, GYnäkologen und der Krankenkasse. Es gibt die Möglichkeit sich eine Haushelferin verschreiben zu lassen.

Das Ganze läuft dann über die Krankenkasse in Zusammenarbeit mit der Diakonie oder Caritas oder dem Dorfhelferinnenverbund. Wer Fragen dazu hat, kann sie gerne an ich richten.

Von ersterem war oder bin ich betroffen. Natürlich mit der Angst das sich irgendwann doch noch eine Wochenbettdepression daraus entwickelt.

Als ich vier Tage nach der Geburt vom kleinen Mann aus der Klinik entlassen wurde, fühlte ich mich relativ fit und stark. Ich freute mich auf mein Zuhause, auf meine Tochter und auf den Alltag mit beiden Zwergen. In meiner Vorstellung war es allerdings weit aus mehr Rosa, als es in Wirklichkeit war.

Das große Mädchen liess sich nach kurzer Begrüßung erst mal ins Bett legen. Prima war das beide Zwerge also erstmal geschlafen haben. Ich packte meine Klamotten aus, warf die Wäsche an, machte die Betten, saugte einmal durch und machte noch schnell ne Kleinigkeit zu essen. Dann war es auch schon aus mit der Ruhe. Der Mucki wachte auf und wollte wie die Tage davor Dauerstillen und das Mädchen wachte auch auf. Ich hab erstmal beide gewickelt. Wobei ich beim Mädchen das Gefühl hatte ich hab da einen Riesen auf dem Wickeltisch.

Ich wurde vom Tochterkind relativ schnell in jeder Situation belagert, beklammert, beklettert und war schnell mit dem Verhalten, der Lautstärke und dem Drang nach Aufmerksamkeit überfordert. Denn sie nutzte jede Möglichkeit um an mir zu kleben, auch beim Stillen. Je öfter und ausdrucksstärker ich mein Mädchen bat aufzuhören, desto wilder und aggresiver wurde sie.

Das führte dazu das ich sie regelrecht anschreien musste, bis sie endlich aufhörte. Und das hasse ich mehr als ich beschreiben kann. Hier wird selten gebrüllt. Und das sollte auch so bleiben. Natürlich weinte sie, so wie auch der Mucki, denn ihn zu stillen in der Situation war wie ein wilder Ritt durch die Galaxy, genau so laut und genau so holprig. Am Ende heulten wir also alle drei.

Eskalation nach nichtmal 2 Stunden Zuhause sein.

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Dann wieder Schmerzen, wieder mehr Blutungen und das Bedürfnis zu schlafen, zu Ruhen und nichts mehr machen zu müssen. Mit Baby und Kleinkind aber nicht möglich.

Schnell kommen da die Selbstzweifel. Überforderung, Versagensängste, Angst alles falsch zu machen. Man fühlt sich taub, klein, kraftlos, schlapp, nutzlos, dumm und noch schlimmer, wie ein riesen Versager. Nix bekommt man hin, alles macht man falsch.

Ich tu mir mit so Situationen eigentlich echt schwer. Ich hatte bisher immer ein Problem damit Hilfe anzunehmen, mir einzugestehen das ich es nicht schaffe. Bisher ging es nämlich immer noch. Irgendwie. Nur diesesmal nicht. Ich rief also bei der Krankenkasse an, beantragte mit Hilfe meiner Hebamme eine Hauhaltshilfe, diese kam dann auch die nächsten 14 Tage, 2 mal die Woche. Der Mann arbeitete den Montag nur einen halben Tag. Ich hatte also inklusive der Wochenenden ein paar Tage um Kraft zu schöpfen.

Dazu informierte ich mich was ich grundsätzlich selbst noch tun kann um den Hormonhaushalt und meine Nerven zu stärken.

Empfehlen kann ich euch Neurodorn von WELEDA und dazu noch Omega3 was dem Körper hilft die Schwangerschaftshormone schneller abzubauen. Ich fühle mich damit wesentlich besser und fitter. Nervlich, wie Körperlich.

Zusätzlich zu der körperlichen Schlappheit nach der Geburt sind nämlich dir rapiden hormönellen Veränderungen nach der Geburt die Ursache für diese furchtbaren Ups und Donws der Stimmung.

Der rapide Abfall der Hormone Östrogen und Progesteron führt zu Veränderungen des seelischen Gleichgewichts. Wer grundsätzlich schon durch Depressionen und Co vorbelastet ist, ist natürlich noch anfälliger.

Von dem Risiko einer Wochenbettdepression sind vor allem Mütter betroffen, die schon vor der Schwangerschaft unter psychischen Problemen litten, die Schwangerschaft leugneten oder verdrängten und sich mit einer eventuell ungewollten Schwangerschaft auseinandersetzen mussten. Schockerlebnisse, extreme Unsicherheit, Partnerschaftsprobleme (ledige Mütter, die vom Kindsvater verlassen werden) oder die Überforderung mit der neuen sozialen Rolle der Mutter fallen ebenso ins Gewicht. (Quelle: Gesundheit.de)

Jetzt, 4 Wochen nach Geburt geht es mir gut. bis auf die Müdigkeit. Körperlich bin ich viel fitter, nervlich wesentlich belastbarer. Es war ein harter Weg bis hier her, aber ich hab es geschafft.

Und ich bin schon ein bisschen stolz auf mich, das ich es schaffe, 3 Kinder und Haushalt zu meistern. Irgendwie zumindest.

Wie sind eure Erfahrung mit diesem Thema?

Möchtet ihr darüber berichten? Ich nehme gerne Gastbeiträge hierzu an.

Liebste Grüße

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