Egositisch und Assi!

Ich sitze frisch geduscht auf der Couch, neben mir eine Tasse Cappu, auf der anderen Seite das friedlich schlafende Muckilein. Mir ist schwer ums Herz. Sehr schwer, aber auf der anderen Seite bin ich auch erleichtert. Seit Tagen ringe ich mit mir, schleppe mich durch die Nächte und erst recht durch die Tage. Ich habe keine Kraft mehr, meine Nerven sind dünn wie Seide. Gespannt und kurz vom reissen.

Ich höre heute auf zu stillen. Und das ist gut so. Gut für mich, gut für die Familie. Seit ein paar Tagen ist 28-30 mal stillen am Tag einfach zu viel. 6-8 mal in der Nacht macht es nicht besser. Ich komme kaum noch zu etwas. Weder aufs Klo noch zum essen und ganz besonders schlimm finde ich, das das Fusselmädchen sehr darunter leidet, das ich mich nicht immer gleich kümmern kann. Ich bin gereitzt, genervt und müde. Ich will das nicht mehr.

Ich liebe es mein Baby zu stillen, wie er mich dabei ansieht, genüsslich schmatzt. Aber der Preis ist mittlerweile einfach zu hoch. Ich habe kein bisschen Lebensqualität mehr, und das schon seit der Schwangerschaft. Geschweige denn hab ich noch Zeit für den Mann. Ich bin an dem Punkt wo ich mir selbst auf die Schulter klopfe und sage: „Es ist ok, du hast dein Bestes gegeben“

Ich freue mich darauf, essen zu können was ich möchte, trinken zu können, was ich möchte und ja, ich freue mich auch auf die ein oder andere Zigarette. Aufs Kino, auf den Glühwein aufm Markt… Auf eine Badewanne, aus der ich nicht nach 10 Minuten raus muss, weil da jemand hunger hat. Ich freue mich darauf eben nicht mehr alle 20 Minuten meine Brüste auspacken zu müssen. Und der Mann freut sich, eben seinen Sohn auch mal füttern zu können und mir mal Ausgang zu ermöglichen. All das ist Lebensqualität, die ich sehr vermisse.

Und ich erinnere mich an diesen Punkt auch an eine Disskusion bei Facebook über stillende und nichtsillende Mütter. Ich bin immer noch der Meinung das jeder für sich die beste Entscheidung für sich und sein Kind trifft. Ich bin auch ein Flaschenkind. ich lebe, bin gesund und ich behaupte mal das die Flaschennahrung vor 32 Jahren nicht annähernd so gut war wie heute. Keine Mutter ist Assi weil sie nicht stillt. Und jeder hat das Recht egostisch zu sein. Aber ist er es tatsächlich, nur weil er nicht stillt? Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Und ich werde der Stillzeit hinterher trauern, ganz sicher. Aber für mich stimmen eben die Rahmenbedingungen nicht mehr. Dafür geht es uns allen aber besser, denn mit guter Laune und Entspannter Stimmung ist uns mehr geholfen als mit Brüsten voller Milch!

In diesem Sinne:

Ich bin also ab heute gerne EGOISTISCH und voll ASSI!

 

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3 Gedanken zu „Egositisch und Assi!

  1. Claudia

    Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn Frau nicht stillt. Man ist immer noch ein Mensch und irgendwann braucht man auch als Mama schlaf. Obwohl ich gefühlt 4 Stunden weniger schlafe wie vorher. 🙂 Ich habe das bei Lena auch mitgemacht und musste nach drei Monaten aufhören zu stillen. Lena hat einfach nicht zugenommen. jetzt geht es ihr gut und sie weint auch viel weniger.

    Antwort
  2. prinni81

    Ich find deine Entscheidung absolut richtig und gar nicht egoistisch. Wenns der Mama gut geht, gehts den Kindern auch gut.
    Hoffe du kommst etwas zur Ruhe und kannst etwas entspannen.
    Lg

    Antwort

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